Steinthal

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300 Jahre Steinthal

Im Jahre 1716 errichtete der damalige Pächter der Herrenmühle, Johann Keck, im Steinthal einen Bildstock mit einem Muttergottesbildnis. Hintergrund war die Errettung aus einer lebensbedrohlichen Situation: Der Mühlenpächter hatte einen Blutsturz erlitten und war „aus solcher Todesgefahr glücklich genesen“, Das Votivbild von 1716 ist heute in den rechten Seitenaltar integriert. Unter dem Marienbildnis ist die Szene dargestellt, die der Müller Johann Keck (links auf dem Schimmel) erlebt hat: Der Blutsturz, bei dem er reichlich Blut verloren hat, so dass sein Leben in Gefahr war.  (Fotovorlage: Markus Schneider)wie es auf der Inschrift des Votivbildes heißt. Das Bildnis werde „allen frommen Christen zum Trost repräsentiert durch J.K. anno 1716“.
Das so genannte „Ständel“ (Steinthal) war früher ein viel begangener Reit- und Fußweg, der direkte Weg von Fulda nach Würzburg. Die Überlieferung erzählt die Entstehungsgeschichte der Steinthalkapelle so: In alter Zeit ritt ein Hammelburger Müller durch das Steinthal und erlitt dort, wo heute die Kapelle steht, einen Blutsturz. In seiner Todesangst rief er die Muttergottes an und versprach, ihr zu Ehren eine Kapelle zu errichten. Er wurde gesund und vergaß sein Versprechen. Als er einige Jahre später wieder auf diesem Weg ritt, ereilte ihn zum zweiten Mal ein Blutsturz. Reumütig flehte er Gott um Hilfe an und versprach, sein Gelübde diesmal zu erfüllen, wenn er wieder gesund würde.
Ob es sich genau so zugetragen hat, ist nicht nachweisbar. Sicher ist aber die oben erwähnte Errichtung des Bildstocks durch Johann Keck. Auch beantragte er 1717 bei der Fuldischen Regierung „über den zu Ehren der seligen Jungfrau Maria am Berg des sogenannten Ständels aufgerichteten Bildstocke eine Verdachung machen lassen und zu dieser Unterhaltung 20 fl. (Gulden) der Pfarrkirche eingewiesen“ werde.
Die Inschrift auf dem Votivbild, das sich heute im rechten Seitenaltar befindet, lautet:
Votivbild. Foto: Barbara Oschmann„Dieß ist die wahrhafte Abbildung des hl. Muttergottesbildniß, so zu   Schweinfurt in der Spitalkirche noch zu sehen und von den Inwohnern der Stadt nicht nach Würdigkeit verehrt wird. Weilen aber an diesem Ort ein Marianischer Liebhaber in seiner Todesgefahr von Gott in Sinne gekommene Bildniß zu verehren und zu verneuern sich vorgesetzt, so ist er aus solcher Todesgefahr glücklich genesen und wird hiermit dies unbekannte Bildniß, so in Schweinfurt nicht nach Gebühr verehrt wird, hier gegenwärtig im Ort allen frommen Christen zum Trost repräsentiert durch J.K. anno 1716“.

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